Der Orden vom purpurnen Herzen des Mantikor

Entstehung und Geschichte des Ordens

Der Orden ist nach einem antiken Rubin aus Indien benannt, der im Alten Ägypten für zauberische Zwecke benutzt wurde. Nachdem Mitte des 17. Jahrhunderts Athanasius Kircher als erster versuchte die Hieroglyphen zu übersetzen, begann auch in der magischen Welt eine tiefergehende Auseinandersetzung mit den Wundern des antiken Ägypten. Eine Gruppe von Hexen und Zauberern forschten in Ägypten und stießen dabei auf Schriften des Hermes Trismegistos, in denen ein magischer Stein mit dem Namen „Purpurnes Herz des Mantikors“ beschrieben wurde. Ihm wurden unglaubliche magische Kräfte zugesprochen.

Die deutsche Gruppe von Hexen und Zauberern unter der Leitung des Zauberers Caspar Bartholomeus Albbruck verschrieb sich der Suche und gründeten schließlich den Orden 1688 in Alexandria. Fortan sollte sich der Orden neben der Suche nach dem „Herz des Mantikors“ ganz allgemein der Suche nach und dem Erhalt von Wissen widmen.

Wahlspruch: In Quaesitione Concordia (Durch die Suche in Eintracht verbunden)

Nach der Gründung wurde neben dem Ordenshaus in Alexandria die Burg Waldmannshausen, der ehemalige Familiensitz der Familie Albbruck, zum zentralen Ordenshaus in Deutschland. Seine Blütezeit hatte der Orden im 18. Jahrhundert im Zeitalter der Aufklärung. Es gab neue Schübe in der Forschung und die Ausbildung junger Hexen und Zauberer wurde vorangebracht, wenngleich der Orden selbst keine eigene Ausbildungsstätte unterhielt. Aus den Umwälzungen des 19. Jahrhunderts in der Welt der NiMas (Nicht-Magische) versuchte sich der Orden weitestgehend herauszuhalten und legte einen Schwerpunkt darauf, sich als anerkannte Institution in der Welt der Hexen und Zauberer zu etablieren.

In dieser Zeit gab sich der Orden eine innere Struktur. Seit 1808 wurden offiziell Logen im Orden gegründet, die sich speziellen Gebieten der Zauberkunst zuwandten. Zu den einflussreichsten zählen die Loge der Alchimisten, die Loge der Duellanten, die Loge der Seher, die Loge der Bewahrer und die Loge der Wandler. Es wurde beschlossen, dass jede Loge eine*n Sprecher*in in den neu geschaffenen Ordensrat entsendet, welcher den Magister Magnus oder die Magistra Magna, den oder die Ordensgroßmeister*in wählt. Eine Position, die mit großem Einfluss und einem hervorragenden Netzwerk an Kontakten verbunden ist – oder zumindest vor dem Krieg war. Die übrigen (stets geschlechterunabhängigen) Ämter wie den Legat beim Ministerium für Zauberei, den Hüter der Schriften und Schlüssel und den Magister Thesaurarius werden von allen Anwesenden der großen Konklave gewählt. Dieses bewährte System blieb bis 1938 bestehen. Der Orden erlangte in der Gesellschaft der Hexen und Zauberer Deutschlands große Bedeutung und konnte sich auch eines großen Einflusses auf die Politik des Landes rühmen, war der Legat des Ordens im deutschen Zaubereiminsterium doch ein wichtiger Ratgeber.

Trotzdem wurde der Orden nach dem Machtwechsel unter Nikodemus van Oosten im Jahr 1938 per Edikt des deutschen Zaubereiministeriums aufgelöst. Hintergrund war die Weigerung des Ordens und der meisten Mitglieder, die neue Politik des Ministeriums zu unterstützen. Man munkelt jedoch, dass die ehemalige Magistra Magna eine persönliche Kritikerin van Oostens gewesen sei und die Auflösung des Ordens van Oosten als Rache diente. Alle Besitzungen wurden beschlagnahmt und alle finanziellen Mittel eingezogen. Die Zeichen wurden verboten und die Bibliothek geplündert. Die Mitglieder mussten aufgrund ihrer oft recht liberalen Einstellungen und ihres großen Wissens das Land verlassen oder wurden bedroht und verfolgt.

Nach dem verheerenden Verlauf des Krieges und den großen Verlusten war im März 1945 die Macht des Zaubereiministeriums jedoch weitgehend gebrochen und noch vor Kriegsende kehrten die ersten ehemaligen Ordensmitglieder zurück. In vorerst noch geheimen Gruppen und Logen wurde über das weitere Vorgehen diskutiert. Schnell stand fest, dass es den Orden wieder in Deutschland geben müsse. Sie brachten in Erfahrung, dass das alte Ordenshaus verlassen wurde und man plante alte Kontakte wieder aufleben zu lassen. Schließlich viel die Entscheidung unter Leitung eines kommissarischen Magister Magnus das Ordenshaus am 1.11.1945 wieder in Besitz zu nehmen und den Orden neu zu etablieren.

Ämter und Logen des Ordens

Die Ämter

Ordensgroßmeister*in Magister Magnus/Magistra Magna
Vorsitz bei Ordensratsversammlungen, leitet die Zeremonien – sehr einflussreiche Position, die mit viel Macht im Orden und guten Kontakten in die Politik und die magische Gesellschaft verbunden ist. Diese Position wird aus den Reihen der Logenvorsteher*innen gewählt und gibt danach seine Logenzugehörigkeit ab, um sich besser den Belangen aller Logen widmen zu können.

Legat*in beim Ministerium für Zauberei Vertritt die Interessen des Ordens beim Ministerium – ebenfalls eine der einflussreichsten Positionen im Orden, da sie die direkte Verbindung zum Ministerium für Zauberei darstellt und entsprechenden Einfluss auf Entscheidungen, sowohl des Ordens als auch des Ministeriums ausüben kann.

Hüter*in der Schriften und Schlüssel erstellt Protokolle, bewahrt das historische Schriftgut und hat den Zugang zu den Bibliotheken und Geheimnissen.

Schatzmeister*in Magister Thesaurarius/Magistra Thesauraria
kümmert sich um die finanziellen Aspekte des Ordens.

Ordensrat besteht aus den Vorsteher*innen der einzelnen Logen. Der Ordensrat wählt den bzw. die Großmeister*in des Ordens aus seinen eigenen Reihen. Um Ordensgroßmeister*in zu werden muss man also vorher Logenvorsteher*in sein.

Die Logen des Ordens

Die Logen stellen Gruppen innerhalb des Ordens dar, die speziellen Interessen nachgehen. Jedes Ordensmitglied schließt sich einer Loge nach einer Eingewöhnungszeit an. Das heißt aber nicht, dass man nicht mit gutem Grund wechseln kann oder Logen nicht zusammenarbeiten. Im Gegenteil: Hilfe zwischen den Logen ist normal und auch notwendig, aber es hat sich gezeigt, dass unterschiedliche Interessen auch einer Vertretung bedürfen.

Die Loge der Alchimist*innen

Zaubertränke sind das zentrale Thema, um das sich bei dieser Loge alles dreht. Mitglieder dieser Loge wollen ihr Wissen über Tränke teilen, sich austauschen und Neues hinzulernen. Sie sehen sich als das Herz des Ordens an, da schließlich alchemistische Texte rund um das „Herz des Mantikors“ der Grund für die Gründung des Ordens waren. Vor dem Krieg gehörte diese Loge demnach auch zu den mitgliederstärksten Logen.

Die Loge der Seher*innen

Hellsicht hat schon immer die verschrobenen Hexen und Zauberer angezogen und hat sie zumindest etwas entrückt werden lassen. Die Loge der Seher war immer eine kleine Loge, die sehr unter sich blieb. Heute wird ihnen oftmals Unfähigkeit vorgeworfen, da sie schließlich den Untergang des Ordens nicht vorhergesehen haben oder zumindest nichts dagegen unternehmen konnten. Dennoch sind sie eine traditionelle Loge und Hellsicht ein Zweig der Zauberei, dem manche eine große Zukunft vorhersagen.

Die Loge der Duellant*innen

Hier finden sich die Kriegerherzen und Draufgänger. Der Kampf mit dem Zauberstab steht im Fokus der Bestrebungen. Mut und Geschick wird den Logenmitgliedern nachgesagt. Sie sind sehr offen und bieten natürlich Kurse für andere Ordensmitglieder an. Ihre Mitglieder sehen sich selbst als die Verteidiger des Ordens und waren auch oft im Widerstand aktiv.

Die Loge der Wandler*innen

Hier finden sich Animagi und Werwesen ein, aber auch allgemein Interessierte an Verwandlungszauberei. Sie gelten als sonderbar und teils etwas gefährlich, wenngleich Sicherheit für sich und andere die oberste Maxime ist. In den dunklen Jahren wurde viele von ihnen verfolgt und nur wenige sind übriggeblieben.

Die Loge der Bewahrer*innen

Archive, Bibliotheken, alte Schriften und Folianten. Das ist die Welt dieser Logenmitglieder. Sie sammeln Wissen, bewahren es und machen es den Ordensmitgliedern zugänglich. Jedes Mitglied will sich gut mit ihnen stellen und sie werden zwar als „Langweiler“ abgetan, ihre Fachkenntnisse und ihr Zugang zu allen Schriften der Ordensbibliotheken werden aber von allen benötigt.