Der 2. Weltkrieg

Die Umwälzungen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sind auch an der Welt der Hexen und Zauberer nicht spurlos vorbei gegangen.

Nach der „Operation Hippogreif“ des deutschen Zaubereiministeriums im ersten Weltkrieg, die mit großen Zerstörungen und hohen Verlusten beim Eingreifen und Unterbinden durch die Internationale Zauberervereinigung (IZV) einherging[1], stand das deutsche Zaubereiministerium mit all seinen Abteilungen unter der strengen Aufsicht der IZV. Zum einen, um zu ergründen, wie es zu einem solch verhängnisvollen Alleingang Deutschlands kommen konnte und natürlich zum anderen, um eine Wiederholung einer solchen Katastrophe zu verhindern. Außerdem wurden alle Regierungsorgane der Zaubererwelt durch die IZV mit empfindlichen Reparationszahlungen belegt, die ein großes Loch in den Wirtschaftshaushalt rissen und, gepaart mit der strengen Kontrolle durch die IZV, ein eigenständiges Handeln weitestgehend unmöglich machten. Über Jahre hinweg musste jede weiterführende Entscheidung mit den Kommissaren der IZV abgestimmt werden und das Büro der IZV-Kommissare hatte stets das letzte Wort – sehr zum steigenden Missfallen der leitenden Angestellten des deutschen Zaubereiministeriums, die diese Vorgehensweise als große Schmach empfanden.

Schon bald regte sich Widerstand in den eigenen Reihen und auch große Teile der magischen Bevölkerung waren mit diesem Vorgehen nicht einverstanden – was zum Teil auch an der gekonnten Fehldarstellung der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit des deutschen Zaubereiministeriums lag, die es sehr gut verstanden, die Folgen der „Operation Hippogreif“ und die Schuld Deutschlands herunterzuspielen und in der Bevölkerung das Empfinden der unrechtmäßigen Bestrafung zu schüren. Auf vielen Zusammenkünften von Hexen und Zauberern wurde das Thema kontrovers diskutiert und vielfach wurde die Meinung geäußert, dass ja eine gewisse Wiedergutmachung eventuell gerechtfertigt sei, eine solche Gängelung aber über das vertretbare Maß hinausgehe.

Hinzu kam die allgemeine große Verunsicherung, die durch die Verbrechen und das Erstarken von Gellert Grindelwald und seiner Anhänger verursacht wurden, und die Rufe nach einem starken und vor allem unabhängigen Zaubereiministerium wurden lauter. Die Stimmung in der magischen Bevölkerung war explosiv und das Sicherheitsbedürfnis groß. So gelang es einem der Rädelsführer aus der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit, Nikodemus van Oosten, mit Hilfe einer großen Anhängerschaft aus dem Ministerium und großem politischen Rückhalt, den er sich auf geheimen Treffen und auf Kundgebungen erarbeitet und auch durch den Einfluss seiner Familie in entsprechenden Kreisen erhalten hatte, sich als passender Nachfolger der scheidenden Ministerin für Zauberei Ariel Rosenbaum zu etablieren. Während er vordergründig gut mit den Kommissaren der IZV zusammenarbeitete, leitete er hinter deren Rücken eine Schattenregierung, die sich auch auf das Sammeln von Informationen und das Erpressen unwilliger Mitarbeiter und Widerständler gegen die neue Ordnung spezialisierte. So wurden viele kritische Stimmen schon im Vorhinein zum Schweigen gebracht. Was man nicht wusste, oder nur den engsten Vertrauten von Nikodemus bekannt war, war seine Mitgliedschaft in der Gruppe Grindelwalds und Van Oostens Anliegen, mit seinem Wirken in Grindelwalds Hände zu spielen.

Mit Ausbruch des Krieges in der Welt der NiMas und dem Einfluss Grindelwalds auf das magisch-politische Weltgeschehen, hatte die IZV plötzlich auch wieder ganz andere Probleme, als das scheinbar gut laufende System in der deutschen Zaubererwelt zu überwachen und die Kontrolle durch die IZV verlor wie ein zahnloser Löwe seine Macht über das Ministerium für Zauberei. Bereits vorher waren durch die gut laufende Erpressung des entsprechenden Kommissars die Berichte an das IZV so positiv verfasst, dass eine Lockerung der Kontrolle bereits von langer Hand vorbereitet worden war. Nun hatte Nikodemus van Oosten freie Hand seinen Wandel der Gesellschaft vollständig zu vollziehen. Der von ihm bereits vorher ins Leben gerufene Reichssicherheitsdienst für Zauberei (RDZ) erhielt nun immer mehr Macht und hatte in seinen Handlungen vollkommen freie Hand.

Andersdenkende wurden im Geheimen verfolgt oder inhaftiert, andere verschwanden oder konnten fliehen. Wenige blieben und leisteten Widerstand. Man musste aufpassen wem man was gegenüber äußerte, zu schnell machte man Bekanntschaft mit dem RDZ und verschwand. Schulen wurden gleichgeschaltet, Orden und Bündnisse verboten, Vermögen und Häuser beschlagnahmt und enteignet. Auch die Auswirkungen des Krieges in der Welt der NiMas hatten einen großen Einfluss auf die Welt der Hexen und Zauberer und es herrschte, wie auch schon im ersten Weltkrieg, großes Leid in der Bevölkerung.

Mit dem Ende des Krieges und der Vernichtung Grindelwalds durch seinen ehemaligen Freund Albus Dumbledore flohen die meisten ehemaligen Würdenträger. Nikodemus van Oosten selbst verschwand spurlos und bis heute weiß man nicht genau, wo er sich aufhält. Mit Unterstützung der Alliierten – unter denen sich auch viele Hexen und Zauberer befanden – übernahmen deutsche Hexen und Zauberer, die als Gegner des alten Regimes galten, Schlüsselpositionen – wenngleich nicht immer leicht festzustellen war, wer Doppelagent, Mitläufer oder sogar Täter gewesen war.

Nun sollen die Weichen neu gestellt werden, hin zu einer neuen Republik. Der Orden vom blutenden Herzen des Mantikor, bereits vor dem Krieg ein wichtiger Ratgeber des Ministerium, will diesen Prozess unterstützen und ruft alte und neue Mitglieder zusammen…


[1] siehe hierzu auch JWA-LARP e.V.: https://jwalarp.de/wizardingtwenties/die-magische-welt-und-der-erste-weltkrieg/ vom 06.01.2019, 16.32 Uhr


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